Kategorie-Archiv: 1/2 Jahr Türkei

Ab nach Hause! Nach Izmir?

Wieder Zuhause angekommen.
Zuhause? Ein widersprüchliches Gefühl macht sich breit. Das Gefühl ist nicht ganz wie das beim Nachhause kommen in Deutschland, nach einer Reise. Hier ist es wohl eher einfach ein gutes Gefühl in seine eigenen vier Wände zurückzukommen, wo man seine Ruhe hat… obwohl, ruhig ist es hier nicht. Aber wir sind für uns. Wir sind also wieder zurück in unserem Appartement in Izmir angekommen.

Der freundliche Professor Doktor wurde von seiner Frau am Flughafen abgeholt. Eine ebenfalls freundliche ruhige Frau die souverän in ihrem riesen Wagen vor uns parkte. Der Professor Doktor wollte uns unbedingt nach Hause fahren, nach mehreren Versuchen das Angebot abzuschlagen setzten sie uns dann doch vor unserem Appartementhaus ab.

Im Fahrstuhl empfängt uns die türkische Dudelmusik und im Appartement können wir endlich alle Sachen fallen lassen. In der Küche erschlagen wir noch ein paar der Viecher. Langsam ist dies Alltag hier geworden, man gewöhnt sich ja tatsächlich an alles. Zu jeder Zeit zu der man die Küche betritt, ist man bereit zuzuschlagen. Man könnte es auch schon als eine Art Sport betrachten, denn die Viecher sind verdammt schnell.

Im Kühlschrank warten zwei Bier auf uns. Ein paar Oliven, Tomaten und Schafskäse sind ebenfalls vorrätig und so setzen wir uns in unseren gläsernen Wintergarten, lauschen dem abendlichen Autolärm der Inönü Cad. und genießen unser kühles Efes bei Kerzenschein.
Morgen beginnt für mich wieder die Arbeit an der Schule und Erdal freut sich auf einen weiteren Tag als Hausmann.

Der Professor Doktor

Der Mann neben mir, verwickelt mich dann doch in ein Gespräch und es stellt sich heraus: er ist nicht James Bond. Das Gespräch ist aber nicht eines der unangenehmen oder oberflächlichen Gespräche über Wetter und sowas.

Er stellt sehr interessiert Fragen: Wo wir herkommen, was wir in der Türkei vorhaben und was wir in Izmir machen. Aber auch, ob unsere Erwartungen erfüllt werden oder ob es Probleme gibt und gab. Aber es fällt kein einziges Mal die Floskel, dass die Türkei doch das schönste Land der Welt wäre und überhaupt, dass alle hier gerne Leben wollen und gerne leben. Der Professor Doktor weiterlesen

Der James-Bond-Aktenkoffer-Mann

Nach dem Essen haben wir einen Termin bei unserer Verwandtschaft. Aber wir sind so was von fertig, dass wir uns kaum in der Lage sehen, die ganze Sippe in der Wohnung eines Onkels zu besuchen. Es wäre nur ein knapper Termin mit „Hallo und Tschüss“, weil wir auch zum Flieger müssen. Ich rufe einen Onkel an und schildere ihm die Lage. Er hat zwar Verständnis, aber traurig ist er trotzdem.
Wir steigen ins Auto und fahren gemütlich zum Flughafen. Der James-Bond-Aktenkoffer-Mann weiterlesen

Die Fleischkammer

Nachdem wir nun Power-Sight-Seeing in Ankara gemacht haben und für Touristen die wichtigsten Stationen angefahren haben, sind wir in ein Restaurant gegangen, in das mein Cousin uns eingeladen hat. Es ist ein Fleischhaus. Es bietet Platz für hunderte Leute und wir waren von der Karte begeistert. Viele türkische Fleischgerichte vom Grill sind dort zu finden. Der Eigentümer Recep Usta, der auch selbst Küchenchef ist, kommt aus der Region Diyarbakir. Diyarbakir ist berühmt für seine würzige Küche und bietet viele Gaumenfreunden aus Fleisch.

Das Restaurant liegt in einem Tal, das „Park Vadi“ heißt. „Park im Tal“ könnte man es sinngemäß übersetzen. Das Tal hat eine sehr wechselhafte Geschichte, die ich kurz erwähnen möchte:

Es war ein Elendsviertel mitten in der Stadt. Schließlich wuchs die Stadt immer mehr und dieses Elendsviertel kam ins Visier von Immobilienhaien. Schließlich kam es so, dass das Tal zu einer Parklandschaft umgebaut werden sollte und drumherum sollten Luxus Hochhäuser entstehen, in denen die neu-reichen Türken für mehrere hunderttausend Euros Wohnungen kaufen und sich Flachbildschirme und Uni-Diplome an die Wand nageln können. Was aber mit den armen Menschen dort machen? Die Fleischkammer weiterlesen

Ankara – Besichtigung Atatürk-Mausoleum (An?tkabir)

Nach einem sehr enttäuschenden Frühstück in dem überteuerten Hotel sammelt uns Erdal´s Cousin ein.
Wir fahren gemeinsam durch Ankara. Man bemerkt die doch sehr enge Wohnbebauung der – seit 1923 – Hauptstadt der Türkei. Aus dem Namen Angora wurde schließlich Ankara.
Istanbul ist die größte Stadt, Ankara die zweitgrößte.

Wir parken in der Nähe des Atatürk-Mausoleums und stiefeln nach oben. Das Atatürk- Mausoleum liegt auf einem Hügel von grüner Wiese umgeben. Das Grab von Ismet Inönü liegt ebenfalls hier, er war der zweite Präsident der Türkei. Atatürks Grab befindet sich unter der Ehrenhalle. Geboren wurde er in Thessaloniki – Griechenland. Ankara – Besichtigung Atatürk-Mausoleum (An?tkabir) weiterlesen

Ankara – Auf zur Hochzeit

Nachdem wir uns im Hotel eine Runde ausgeruht haben und Erdal seinen Anzug noch schnell bügeln ließ, geht es auch schon wieder weiter zu einer Frisörin.
Hier sollen mir Haare und Make-Up gemacht werden, da dies alle weiblichen Gäste für Feiern in der Türkei machen, soll auch ich dies heute machen lassen. Nun gut.

Das Desaster beginnt an der Eingangstür, als Erdal mir übersetzte, dass Männer nicht mit hinein dürfen. Ankara – Auf zur Hochzeit weiterlesen