Das Thunfischdesaster

Keine 10 Minuten später sind wir dort und bestellen Thunfisch und Gemüse mit Curry aus dem Ofen. Als das Essen serviert wird, erlebt ich mein Thunfischdesaster- Flying tuna oder swimming chicken?

Und es spielt sich so ab:

Der Thunfisch kommt auf den Tisch, wobei ich davon ausging, dass es ein rundes Steak sein wird. Stattdessen kommt ein kleines rundes Stück und ein Filet, wie man es von der Pute kennt. Das Filet ist jedoch so gewürzt und von der Konsistenz so, als sei es ein Geflügelfilet. Ich bin so ziemlich verärgert und rufe den Kellner. Das Thunfischdesaster weiterlesen

Spaziergang durch Sal Rei

Ein leichter Hunger kündigt sich an. Also ran an die Kräcker. Leider sind die salzig beworbenen Kräcker eher süß als salzig. Doch nach einigen Kräckern, die aus Brasilien importiert sind, hat man sich an den Geschmack gewöhnt und der Hunger legt sich wieder.

Entspannt, ausgeruht vom langen Flug und gestärkt von den süßen Salzkräckern, geht es nun weiter zur zweiten Erkundungstour durch Sal Rei. Wir packen unsere Sachen und schlendern wieder zurück auf die Rua dos Emigrantes an unserem Hotel Boa Vista und dem chinesischen Mercado vorbei Richtung Largo Santa Isabel. Spaziergang durch Sal Rei weiterlesen

Ni Hao Capo Verde

Raus aus dem Zimmer, rein in die Stadt. Jetzt erforschen wir den Ort. Aber zuerst müssen wir uns mit dem Wichtigsten ausstatten: Wasser.

Auf den Kap Verden ist das Leitungswasser kein Trinkwasser. Daher werden wir einige Flaschen Trinkwasser besorgen. Nur wo? Einen Supermarkt hatten wir auf dem Weg zwischen Flughafen und Hotel nicht gesehen. Zu Not wird es die Tankstelle am Ortseingang. Wir fragen an der Rezeption nach einem Mercado.

„Go to the chinese there.“

Der Chinese an der anderen Seite ist ein Supermarkt. Unscheinbar versteckt und für den ortsfremden Touristen fast unscheinbar. Wir gehen über die kleine Straße und werden von einem chinesischen Mondgesicht auf portugiesisch begrüßt. Ni Hao Capo Verde weiterlesen

Teures Low-Budget Zimmer

Die Fahrt nach Sal Rei geht über Schotterpisten  an Baustellen und wüstenähnlichen Landschaften vorbei, bis wir die Asphaltstraße erreichen. Das Hotel Boa Vista liegt am Ortseingang  und ist damit auch gleichzeitig schon im Zentrum, an der Hauptstraße Rua dos Emigrantes, die jedoch kaum befahren wird. Grundsätzlich gibt es in Sal Rei erstaunlich wenig Autos. Die Fahrt hat knapp 15 Minuten gedauert.

Das knapp 10.000 Einwohner zählende Nest ist erstaunlich quirlig und man ahnt, dass sich das Leben auf der Straße abspielt. Teures Low-Budget Zimmer weiterlesen

Ankunft in Sal Rei

Der kleine Flughafen ähnelt eher einem Flugplatz als einem internationalen Flughafen. Wände aus Stein, die einer kleinen Burg ähneln und einem Dach aus Zeltplane. Durch die Mitte des Burghofs verläuft eine Trennwand, die Ein- und Ausreisende voneinander trennt.

Wir gehen zu den Schaltern zur Einreise. Daneben gibt es einen Schalter für die Visaformalitäten… Also geht es wohl doch noch unkomplizierter ohne vorheriges Visum in Boa Vista auf die Kap Verden einzureisen.
Das merken wir uns für das nächste Mal. Dann buchen wir kurzfristiger, haben nämlich vor ein paar Tagen Flugpreise gecheckt und hätten da für nur 50 Euro heute her fliegen können. Ankunft in Sal Rei weiterlesen

Bom Dia Boa Vista

Sicherheitsschleusen, Passkontrolle  und Duty Free Shops lassen wir nach unserem Kaffee schnell hinter uns. Am Gate stellen wir fest, wie müde wir sind und wie sehr uns doch die letzten Vorbereitungen geschafft haben. Wir schließen die Augen und checken aus dem Umfeld aus. Nur noch einige wenige Minuten und wir haben dann einige Stunden Ruhe, bis wir auf Boa Vista landen.

Der Flug dauert ca. 7 Stunden und wir überspringen zwei Zeitzonen. 7 Stunden, um kurz einzuschlafen, etwas zu essen und zu trinken sowie sich weiter auf die Kap Verden einzustimmen. Die Umgebung kurz mit verschlossenen Augen zu verlassen war eine sehr gute Idee, bis sich plötzlich Laberlocke laut ankündigt. Natürlich setzt sich die Nervensäge genau neben uns. Der Warteraum ist ja nicht gross genug. Augen zu und fernbleiben hat jetzt einen ganz anderen Charakter. Aber gleichzeitig schießen andere Gedanken durch den Kopf: Was, wenn er doch den freien Platz neben uns hat? Die 7 Stunden erscheinen plötzlich sehr lang…

Beißer
Das Boarding geht los. Zuerst sind die hinteren Reihen dran. Wir sind in den vorderen Reihen. Wenn Laberlocke jetzt aufsteht, sind wir ihn los. Es kommt aber nicht so. Der Typ hat Sitzfleisch ohne Ende… Oder den Platz neben uns. Schließlich werden die vorderen Reihen aufgerufen, ins Flugzeug zu steigen. Wir stehen auf und laufen zum Einstieg nach vorne. Natürlich steht Laberlocke auch auf. Natürlich.

Aber das Blatt wendet sich zu unseren Gunsten. Ein Riese steht vor uns in der Reihe und Laberlocke quatscht ihn ganz vertraut an. Die beiden scheinen sich zu kennen. Der Hüne ähnelt einer uns sehr vertrauten aber in der Kindheit Angst einflößenden Gestalt: Beißer aus den James Bond Filmen.

„Hey, alles klar Mann? Alles klar? Wann seid ihr runter gefahren? Heute? Gestern? Wann?“
„Ja.“

Die kurze Antwort bestätigt zwei Dinge: Beißer kann Laberlocke auch nicht ausstehen und er weiß, dass Laberlocke eine Nervensäge ist. Dieser hört aber nicht auf:

„Hey… Ist ja echt ein Zufall. Plötzlich so viele Sylter hier. Ich war letztens in New York und da waren plötzlich 11 andere Sylter da. Sylter sind einfach überall.“
„Ich habe die letzte Nacht wenig geschlafen und schlafe jetzt im Flieger.“
„Ja…  Alles gut, alles gut, alles gut…“

Laberlocke hat die Sylter Quatschsoße erfunden und den Zufall auch. Beißer mit Freundin im Schlepptau läuft einfach davon in seinen Proletencowboystiefeln. Dankeschön. Egal. Es geht weiter. Beißer vor uns, Laberlocke hinter uns. So sind wir im Sandwich mit Sylter Soße das Filet…

Im Flugzeug laufen wir an Beißer vorbei, der kaum in den Sitz passt. Der arme Kerl braucht mindestens den dreifachen Sitzabstand. Groß zu sein, ist wirklich manchmal ein Fluch. Weiter hinten, sind unsere Sitzplätze. Reihe 11. Laberlocke hat sich noch nicht hingesetzt. Er kommt näher mit seinem Blick auf die Reihen… Setzt er sich neben uns? Oder läuft er weiter? Schließlich läuft er vorbei und verschwindet irgendwo zwischen Reihe 12 und 15. Endlich weg!

Der Platz neben uns ist frei geblieben, so dass ich mich auch hinlegen kann. Nur eine Sache stört: Irgend eine Sau furzt die ganze Zeit. Der Flug verläuft sonst sehr angenehm. Augen zu und schlafen.

Anflug auf Boa Vista und wir kleben an den Fenstern. Karge Landschaften, Wüste, kaputte Häuser. War das die richtige Entscheidung hierher zu kommen? Der Flieger setzt auf, wir schnappen unsere Sachen und raus. Vor uns Sonne, 25 Grad, ein klitze kleiner Open-Air-Flughafen… und Beißer.

Bom Dia Boa Vista!