Archiv für die Kategorie „Sri Lanka“

Wir springen wieder auf und es geht weiter zur nächsten Station auf unserer Route: eine Anlegestelle der Fischer. Hier sind kleine Fischerboote in verschiedenen Farben, die Netze sind gespannt und liegen bereit für die nächste Angeltour. Die Fischer nennen diese kleinen Boote “Katamaran”.
Katamaran am Koggala See
Jedoch sind es eher Ein-Mann-Kanus mit einem Ausleger, um beim Fischen nicht das Gleichgewicht zu verlieren und zu kentern. In den Kanus kann man auch nicht richtig sitzen, da sie einfach mal absolut schmal gebaut sind. Man kniet eher oder sitzt auf der Seite des Kanus: Der Fischer arbeitet, er will keine Bootstour machen, sondern seinen Lebensunterhalt verdienen…

Unser Fahrer Sunil fragt uns, ob wir nicht eine kleine Tour mit einem Katamaran machen möchten. Und hier kostet es uns: nichts. Anfangs skeptisch, willigt Julia ein und setzt sich ein Kanu. Aber weil sie nicht alleine fahren möchte, meint Sunil, er werde sie beleiten und sagt zu mir, ich solle keine Angst haben, er bringe mir meine Frau gesund und froh wieder zurück. Ich lache nur und nehme Julia alle Utensilien ab.

Nachdem Julia sich in das Kanu gesetzt hat, schiebt Sunil das Teil mit der Hilfe von den anderen Fischern ins Wasser. Alle tragen sie Sarons und kichern vor sich hin. Schließlich ist das Boot im Wasser und Sunil versucht sich ins das Boot zu hocken. Sunil macht den ersten Schritt ins Boot und langsam nähert sich die obere Kante der Wasseroberfläche, er hebt den zweiten Fuß nur hoch und das Boot setzt auf dem flachen Grund auf… jede weitere Bewegung und das Boot kentert.
Julia lacht zwar, aber ich sehe die Angst in ihren Augen und ich habe nun den Eindruck, dass meine Frau nicht mehr gesund und fröhlich zurück kommen wird.
Titanic ick hör’ Dir tapsen!
Nach der kurzen Anfahrt auf dem Kogalla See wird kehrt gemacht und der Ausflug geht weiter.

Am Koggalla See entlang fahren wir zu den Fischerdörfern. Sunil, unser Fahrer, lebt hier seit seiner Geburt. Jeder, der uns auf dem Weg begegnet, grüßt Sunil. Alle mit strahlenden Augen und breitem lächeln, das teilweise schöne Elfenbein farbene Zähne zum Vorschein bringt, aber auch Ruinen zeigt. Die Engländer haben hier, so scheint es, ihre Spuren hinterlassen.

Als erstes machen wir halt beim „Fisherman“.
Er hat in seinem Garten in Stein gehauene Wannen, in denen Krebse, Langusten, Garnelen und anderes Seegetier darauf wartet, auf den Tischen der Hotels zu landen: ausschließlich Hotels seien die Käufer. Die Landbevölkerung ernähre sich eher vom Dried Fish, also getrocknetem Fisch. Krustentiere aus dem See gäbe es nur bei besonderen Anlässen, wie Sunil versichert.

Wir fragen nach dem Preis für die Riesengarnelen, King Prawns, und bekommen riesige Augen, als wir 1500 Rupien, knapp 10 Euro, für das Kilo hören. Das sind ca. 50 bis 60 Garnelen.
Im Hotel kosten 10 Garnelen 650 Rupien verzehrfertig zubereitet.

Zum Vergleich: Ein Koch hat hier einen Tagessatz von 100 Rupien. Der Koch muss 2 Wochen für ein Kilo Garnelen arbeiten, der Besucher Sri Lankas freut sich trotzdem über die billigen King Prawns…

Alleine hier werden die Verhältnisse und Verdienstgefälle sehr deutlich.

Wir haben mit unserem Tuk Tuk Fahrer am Vortrag eine Tagestour vereinbart, damit wir mehr von der Umgebung abseits der Touristenpfade sehen und erleben können. Was wir auf der Tour gesehen haben und wer uns alles begegnet ist, könnt ihr hier lesen.

Aller Anfang ist schwer:
Um 10 Uhr nach dem Frühstück sind wir gut ausgerüstet mit Kameras und Wasser in den Tuk Tuk eingestiegen. Es ging mitten in den Urwald und direkt zum Koggalla See. Der ist so wundeschön, dass wir uns eine Bootsfahrt vorstellen können, doch eine Nicht-typisch- touristische Bootsfahrt zu arrangieren..mmh.. schwierig. An der Ersten Anlagestelle wo unser Fahrer Sunil stoppt warteten schon die typischen Abschlepper: breites Grinsen unter der Nase, Dollarzeichen in den Augen und das Rascheln der Rupie in den Ohren. Zu allem Überfluss war die Anlegestelle an einem Herbals and Spiece Garden – da sollte man sofort misstrauisch sein.

Als die Schmalzlocke dann noch den Preis für die Fahrt nennt, ist klar: er denkt wir sind doof wie ein Toastbrot und er ist Einsteins würdiger Nachfolger. 4500 Rupien soll der Spaß kosten: ca. 30 Euro. Obwohl uns klar ist, auch ohne ein Wort miteinander zu wechseln, dass wie die Fahrt nie machen werden, spielen das Spiel mit: Wir handeln. Wir sagen nur, es ist zu teurer und schon liegt der Preis bei 4000 Rupien. Wir sagen, dass eine Stunde viel zu kurz ist. Plötzlich wird die ganze Sache verlängert und der Preis sinkt auf auf 3500 Rupien!

Danach ist und trotzdem klar: Es ist zu teurer. Als wir den sinnlosen Handel abbrechen, bekommen wir zur hören, dass wir Freunde des Hauses seien und man mit uns die Fahrt für 2500 Rupien anbieten möchte. Das scheint wohl der echte Preis zu sein. Wirklich? Eher nein. Absolut nein!

Wir lehnen dankend ab und gehen wieder zurück zum Tuk Tuk. Im Tuk Tuk sagen wir zu unserem Fahrer, das wir nicht an solchen touristischen Attraktionen interessiert sind. Er versteht und grinst etwas verschmitzt. Er hat verstanden und jetzt kann die Tour richtig los gehen.

Ayurveda kommt aus Sri Lanka?
Ursprünglich kommt es aus Indien und wird daher neben Sri Lanka auch vorwiegend dort aber auch in Nepal angewendet.
Vorsicht im Urlaub vor den sogenannten “Spice oder Herbal Garden” viele haben das Geschäft mit den Touristen gerochen und es werden hier horrende Preise verlangt. (Am Ende des Artikels zwei seriöse Einkaufstipps von uns.) Denn die meisten Touristen auf Sri Lanka sind Ayurveda-Touristen. Das war uns vor unserer Reise nicht wirklich bewußt, aber vor Ort wird man damit ständig konfrontiert. Also wollten wir nun auch mal sehen, was es damit auf sich hat und fingen an uns zu informieren.

Ayurveda was ist das überhaupt?
Ayurveda ist eine alte indische Heilkunst die übersetzt: „Wissen vom Leben“ oder „Lebensweißheit“ bedeutet.
Es kommt aus dem indischen Sanskrit: Ayus= Leben, Veda= Wissen. Im Ayurveda geht man davon aus, dass Gesundheit, wie auch Krankheit sich aus einem Zusammenspiel von mentalen, physischen, emotionalen und auch spirituellen Aspekten zusammensetzt.

Drei große Lebensenergien „Doshas“ beeinflussen uns:
- Vatta
- Pittha
- Kappha

Auf die Bedeutung der einzelnen Doshas werde ich ein andermal eingehen.

Jeder Mensch hat diese drei Lebensenergien in seinem Körper und ist man gesund, sind alle drei in einem Gleichgewicht. Oft ist es allerdings der Fall, dass eine oder zwei der Doshas dominieren. Wenn es also zu einer Ayurveda-Behandlung kommt, geht es darum, Faktoren, die für dieses Ungleichgewicht zuständig sind, zu erkennen und zu vermeiden. Hierbei spielt die Ernährung eine sehr große Rolle, denn im Ayurveda wird der menschliche Körper als Produkt von Essen gesehen.

Wir waren auf Sri Lanka in verschiedenen sogenannten Spice oder Herbal Gärten und dachten uns immer wieder, wen wollen die verarschen?
Schließlich haben wir einen seriösen Ayurveda-Shop gefunden. Sucht Euch besser auch einen normalen Ayurveda Einkaufsladen. Dort gibt es ein weitaus größeres Warenangebot und von der Regierung festgeschriebene aufgedruckte Preise, die SEHR günstig sind!

Wir waren in Galle:
B. Ponnamperuma
Centre for Indigeneous (Ayurvedic)
MEDICINES & DRUGS
- No.34 , Kithulampitiya Road, Kalegana, Galle
oder
-No.25 Olcott Mawatha, Galle

Wir fahren durch verschiedene Ortschaften im Süden, bei Tag und bei Nacht. Der Verkehr auf Sri Lanka ist ein Erlebnis für sich. Die Engländer haben in der Kolonialzeit dafür gesorgt, dass auf dieser wunderschönen Insel Linksverkehr herrscht. Es sind immer viele der insgesamt mehr als 2 Millionen Tuk Tuks unterwegs und es begegnen einem auch viele Oldtimer: VW Käfer, Peugot 404 oder Citroen 2CV und viele weitere Fahrzeuge, die wir nicht kennen.

Die rasanten und teilweise waghalsigen Überholmanöver sind gewöhnungsbedürftig. Es gibt anscheinend eine Rangordnung auf den Straßen, die mit der Größe des Wagens zusammenhängt.
Unser Wagen schiebt sich hupend, langsam am vorfahrenden Wagen rechts vorbei. Dieser weicht langsam nach links aus. Solange kein Gegenverkehr kommt, ist alles kein Problem.
Kommt doch Einer entgegen, beginnt ein großes Hubkonzert. Je nach Geschwindigkeit und Größe des Gegners, bremst entweder der ab, oder man selbst gibt klein-bei, bremst ab und reiht sich wieder hinten ein. Natürlich wird die ganze Zeit ordentlich weiter gehupt!

Die Hupe ist hier, wie in den meisten Entwicklungsländern (Thailand, Türkei,..etc.)
das wichtigste Instrument auf der Straße:
- Achtung ich überhole!
- Danke, fürs vorbei lassen.
- Bitte, ich mach gerne Platz.
- Fußgänger, pass auf!
- Hallo!
- Tschüss!
- Hund, verschwinde von der Straße!

In der Nacht wird grundsätzlich mit Fernlicht gefahren. Ausschalten bei Gegenverkehr?
Nö, wieso das denn?

Fahrräder haben nur in seltensten Fällen Licht. Viele Fahrradfahrer fahren deswegen Nachts einhändig und halten in der anderen Hand ein Licht. Auch Fußgänger sind des Nachts schwer zu erkennen – vor allem zwischen den Orten, wo die Straßenbeleuchtung nur spärlich, wenn überhaupt, vorhanden ist. Deshalb halten auch viele von ihnen ein Licht in der Hand.

Auffällig viele rote Werbebanner mit der Aufschrift: “Airtel” begegnen uns unterwegs. Ein Handykartenbetreiber.

Weiterhin sind viele weiße Pagoden zu sehen und immer wieder stehen bunt blinkend beleuchtete Glaskästen am Straßenrand, in denen Buddha-Statuen aufgestellt sind.
Die meisten Menschen hier kleiden sich ebenfalls farbenprächtig: Frauen in Saris und tragen Regenschirme Sonnenschirme, damit ihre Haut nicht dunkler wird. Denn helle Haut ist hier gefragt und die Singalesen unterscheiden sich nur gering in ihrer Hautfarbe und besonders in dörflichen Gegenden haben die nur etwas dunkleren schwer einen Partner zu finden.

Männer tragen übrigens auch ein Tuch umgebunden: einen Sarong.

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Nach dem tollen Frühstück im Garten, haben wir uns ein Tuk-Tuk genommen und ab ging es zum Einkaufen. Ein paar Früchte zur Mittagszeit wären nicht schlecht. So werden wir von unserem Tuk-Tuk-Fahrer zu Ständen gefahren, wo er auch selbst einkauft.

Welche Früchte wir hier auf Sri Lanka gekauft haben?

Rosenäpfel: sehen aus wie rosarote Birnen und schmecken frisch fruchtig nach einem Gemisch aus Melone und Apfel.

Passionsfrüchte: mit einem Löffel löffelt man das glibberige, süß-saure Fruchtfleisch heraus.

Soursop: auf Deutsch wird die stachelige Frucht auch Sauersack genannt. Man pflückt die Frucht und lässt sie einige Tage liegen, bis sie weich wird. Sie erinnert an den Geschmack von fruchtigem Kaugummi.

Papaya: Hier ist sie nahezu kernlos und wird mit Limettensaft beträufelt.

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Endlich mal bis 8 Uhr ausgeschlafen. Es tut gerade bei der langen Reise gut. Jetzt bei Tageslicht lässt sich die Villa und Anlage : “Tisara Villas” genauer anschauen. Unsere Villa hat ein 400 Quadratmeter großes Grundstück. Davon sind 100 Quadratmeter privater Garten und der Rest teilt sich auf ein riesiges Wohn- und Esszimmer, Küche, Zwei Schlafzimmer und 2 Bäder auf. Vom Wohnbereich und den Schlafzimmern kann man den Garten mit Liegen und Kolonialholzstühlen über die Terrasse betreten.

Die Anlage selbst hat einen Pool, für die Gäste die einen brauchen und die Villen, insgesamt 9, sind bunt verteilt auf der Anlage.

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Unsere Villa liegt mitten im tropischen Dschungel. Beim Frühstück im Garten springen über unseren Köpfen Affen von Palme zu Palme und wunderschöne bunte Vögel kommen vorbei geflogen. Zu Fuß kommt man in gut 15 Minuten zum Stand. Der Pförtner kann aber auch für die Lauffaulen ein Tuk-Tuk bestellen, denn die Fahrt zum Stand ist hier im Preis enthalten.

Die Tuk-Tuk-Fahrer sind ganz heiß drauf, die ganze Palette an touristischen Dienstleistungen anzubieten und machen den Reiseleitern mächtig konkurrenz: Sie bieten die gleichen Touren zum günstigeren Preis an. Und lassen auch nicht locker. Die Tuk-Tuk-Fahrer, die für den Strandtransfer zuständig sind, haben sich offenbar zu einem Tuk-Tuk-Clan zusammen getan. Da es immer die gleichen Fahrer sind und sie ein “Nein“ nicht für voll nehmen, wurde die Strandfahrt nach kurzer Zeit anstrengend:
Tour zum Nationalpark? Nein.
Tour nach Galle? Nein.
Juwelen kaufen? Nein.
Masken kaufen? Nein!
Tour zum Koggalla See? Nein!
Tour de France? Non! Wolle Rose kaufen? …
Das Angebot der Tuk-Tuk-Fahrer scheint unerschöpflich zu sein.

Wir merkten schnell, dass dies, wenn es so weiter geht, sehr anstrengend werden könnte, also haben wir uns für die Zeit hier auf Sri Lanka die Aufgabe gestellt: uns in Gelassenheit zu üben.

So freuen wir uns von nun an auf weitere Tuk-Tuk-Fahrten mit immer wieder den gleichen Tour-Angeboten..

Bei einer Fahrt zum Strand wird unser Fahrer am Straßenrand von unserer herzallerliebsten Nervbacke “Nalin” zum Anhalten gezwungen. Diesen Beitrag weiterlesen »

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