Wanderung zur Nordküste von Boa Vista

Ein neuer Tag beginnt mit einem kapverdianischen Frühstück. Erst beim Frühstück bemerken wir, wie viele Gäste im Hotel sind. Es scheint ausgebucht zu sein. Jede Altersgruppe ist vertreten. Paare und Einzelreisende sowie Gruppen.

Das Frühstück ist insgesamt sehr reichhaltig. Für uns reduziert es sich jedoch auf das weiche und luftige Brot, den Ziegenkäse und Butter. Eine Banane folgt und alles wird begleitet durch einen Kaffee oder Tee. Das war es für uns auch schon gewesen, da wir auf Rührei, Speck oder Süßes keinen Appetit haben.

Wandern auf Boa Vista
Heute haben wir einiges vor. Völlig untrainert und vom Schuhwerk her unvorbereitet, wollen wir eine Wanderung durch Boa Vista machen. Nach der ganzen Sitzerei die letzten Tage: bei der Arbeit,  im Flieger, am Strand und im Hotel, ist es Zeit, die müden Knochen in Gang zu bringen. Unser Ziel ist die Costa de Boa Esperança.

Wir fragen im Hotel, was wir an Zeit einplanen sollen.  Gute zwei Stunden für den einfachen Weg. Auf die Frage, ob es im Zweifelsfall einen Bus oder ähnliches für den Rückweg gibt, wird nur herzlich gelacht. Nein, so was gibt es hier nicht. Ja sorry, bin noch nicht ganz wach.

Bunte Avenida dos Pescadores
Am Platz Largo Santa Isabel vorbei, laufen wir Richtung Hafen. Wir verlassen den Platz und biegen vorbei am Pier für Ausflugsschiffe ab in die Avenida dos Pescadores.

Links ist der Hafen mit vielen kleinen Fischerbooten. Einige Fischer arbeiten ihre Boote auf. Der eine frischt die Farbe auf, der andere sägt und nagelt ein Brett zurecht. Rechts befinden sich einige farblose und nichts sagende Gebäude. Die Straße ist so breit, dass zwei Autos nebeneinander fahren können und darüber hinaus befindet sich eine Café-Insel mitten auf der Straße, das einem Boot in der Aufmachung ähnelt. Weiter auf der Straße wird es jedoch plötzlich bunter. Die Fassaden der Avenida dos Pescadores sind in verschiedenen Farben getüncht. Mal gelb und grün im brasilianischen Stil. Mal grün und rot im portugiesischen Stil. Gelb mit blau, weiß mit grün, rot mit schwarz… Es scheint, jeder Eigentümer wollte seinen eigenen Geschmack nicht nur zeigen, sondern auch noch eine unverkennbare Art des individuellen Stils darstellen.

Vor den Häusern sitzen Männer und Frauen. Kinder spielen und tollen herum. Was jedoch fasziniert, ist die Ruhe. So viele Menschen sitzen auf der Straße und unterhalten sich, machen Hausarbeit oder spielen. Man hört jedoch weder einen zu laut aufgedrehten Fernseher oder gar ein Radio. Man taucht in eine irreale Welt, so scheint es.

Wir laufen weiter und schließlich kommen wir an das Ende der Straße. Es geht nur noch ins Wasser geradeaus oder nach rechts. Wir biegen nach rechts ab und laufen, bis wir den anderen Strand, den Praia da Cruz, erreichen. Sanddüne auf Sanddüne folgen links von uns und rechts reiht sich eine Hotel Baustelle an die andere. Der fast menschenleere Strand wird wohl bald von Massen besucht, wenn man sich die umfangreichen Baustellen anschaut. Ob dann auch die entspannte Atmosphäre in der Avenida dos Pescadores zu einer typischen Meile mit Souvenirläden wird? Man weiß es nicht und die Zukunft wird es zeigen. Wir sind jetzt hier und genießen die idyllische Gegenwart.
Wir erreichen bald den Fuß eines Hügels und laufen um diesen herum. Schließlich passieren wir einen Friedhof. Nach rund drei Stunden Wanderung merken wir, dass unser Schuhwerk nicht zum Belag der Straße passt. Außerdem geht unser zwei Liter Wasservorrat zur Neige und es gibt keinen einzigen schattigen Platz, wo wir uns ausruhen können und den Sonnenschutz erneut auftragen könnten. Wir brechen ab.

Zurück am Praia da Cruz machen wir ein Picknick mit dem verbliebenen Wasser und unserem Obst. Anschließend geht es wieder zurück nach Sal Rei. Mal schauen, ob wir einen guten Laden zum Mittagessen finden.

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