Yala Nationalpark – Einzigartige Eindrücke (Teil 1) auf dem Weg

Wer meint, den Yala Nationalpark mit einer Jeep-Tour entdeckt zu haben, der irrt sich gewaltig. Der Park ist in etwa so groß wie Berlin und Hamburg zusammen. Wer kann beide Städte in nur einigen Stunden durchstreifen? Aber ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die wilde Natur wirklich ist, bekommt man mit einer Jeep-Safari in jedem Fall. Es lohnt sich.

Um 6 Uhr sind wir raus aus den Federn und genießen die Stille der Natur und des Waldes im Garten. Das Personal ist auch schon da und sie haben uns an einem Tisch ein kleines Frühstück vorbereitet. Wir hatten am Tag zuvor vergessen, das mitzuteilen. Aber da die Jungs von unserer Fahrt wussten, haben sie mitgedacht. So kann jeder Morgen los gehen.

Während die Affen über unseren Köpfen hin und her hüpfen und dabei „Wer hat die Kokosnuss geklaut“ singen, frühstücken wir zu Ende und gehen anschließend in unseren Bungalow zurück und packen unsere Sachen für die Tour: Kameras, Monopod, Sonnenschutz und los geht’s. Wir haben ein nettes Pärchen aus dem Elsass kennengelernt bei einem unserer Streifzüge und sie hatten uns erzählt, dass sie eine Tour in den Yala-Nationalpark mit Guide gebucht haben und wenn noch Platz ist, könnten sie auch uns einschleusen. Auf dem Highway A2 rauschen wir vorbei an den Städten Koggalla und Weligama bis zu unserem ersten Stopp in der Stadt Matara. Wir halten an einem Tempel, der in Gemälden das Leben Buddhas dokumentieren soll. Da wir aber nur einen Abstecher hierher machen, gehen wir nicht rein. Wir laufen über die große Straße mit dem Guide vorneweg und dann anschließend dutzende Treppen hinauf. Der Weg ist links und rechts gesäumt mit Ständen, an denen verschiedenste Opfergaben verkauft werden. Während wir langsam an den Ständen vorbei laufen, ist der Guide bereits auf der letzten Stufe angelangt. Er beobachtet seine Herde weißhäutiger Schafe sehr genau. Etwas eigenartig ist sein Blick zunächst. Aber das ganze löst sich auf, als er einige der Bleichgesichter mit den Worten „Bitte nur bis hierher. Ihre Arme sind nicht bedeckt“ oder die Worte „Stopp, ab hier nur noch, wenn die Knie bedeckt sind.“  sagt. So, wie die meisten der Herdentiere angezogen sind, also eher für Strand und Meer, kann man einen Tempel nicht betreten. Verständlich. Viele haben dafür Verständnis, da man die Tempelanlage auch von der vorletzten Stufe sehen kann und rein gehen, war ohnehin nicht auf dem Programm.

Während ich mit ausreichend langer Hose und bedeckten Schultern die prüfenden Blicke des Guides bestehe, gesellt sich eine Frau mit der wohl kürzesten Shorts südlich von Colombo mit dem freizügigsten Dekolleté westseits des Yala Nationalparks und pöbelt den Mann mit ihrem Akzent lastigen Deutsch an. Abba-warrjum-hier und Abba-warrjum-da und warrjum-dort und warrjum-wijesso-niejcht wird der Mann verunsichert und durchbohrt.  Leider findet der Mann keine Möglichkeit, der restlichen Gruppe zu erzählen, was es mit dem Tempel auf sich hat und wir müssen aufbrechen. Bevor ich jedoch der Herde folge, spiele ich schwarzes Schaf und schieße einige Bilder und Filme etwas, damit ich wenigstens in Deutschland was von der Anlage habe. Anschließend lasse ich meinen Blick über das Gelände schweifen und stelle fest, dass auch hier in Sri Lanka die Religionen sich stets des besten Orte auswählen, um einen Tempel oder sonst was zu errichten.

Als ich wieder zurück bin im Bus, sitzt die Tante neben ihrer Freundin und nervt auch sie. Meine Chance, denke ich mir und spreche mit Julia über das, was ich dort oben erlebt habe. Natürlich übertreibe ich. Die Energie dieses Ortes ist durch mich geflossen und auf dem kleinen Platz nach der letzten Stufe, konnte ich spüren, was die Menschen, die diesen Tempel gebaut haben, spürten… Das sitzt. Die Tante schmollt und wir fahren weiter in Richtung Nationalpark. Als wir am Tempel vorbeifahren, bekomme ich eine leichte Gänsehaut. Ist das die Energie, dieses Ortes? Nein, es ist die Klimaanlage…

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