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Ab nach Hause! Nach Izmir?

Wieder Zuhause angekommen.
Zuhause? Ein widersprüchliches Gefühl macht sich breit. Das Gefühl ist nicht ganz wie das beim Nachhause kommen in Deutschland, nach einer Reise. Hier ist es wohl eher einfach ein gutes Gefühl in seine eigenen vier Wände zurückzukommen, wo man seine Ruhe hat… obwohl, ruhig ist es hier nicht. Aber wir sind für uns. Wir sind also wieder zurück in unserem Appartement in Izmir angekommen.

Der freundliche Professor Doktor wurde von seiner Frau am Flughafen abgeholt. Eine ebenfalls freundliche ruhige Frau die souverän in ihrem riesen Wagen vor uns parkte. Der Professor Doktor wollte uns unbedingt nach Hause fahren, nach mehreren Versuchen das Angebot abzuschlagen setzten sie uns dann doch vor unserem Appartementhaus ab.

Im Fahrstuhl empfängt uns die türkische Dudelmusik und im Appartement können wir endlich alle Sachen fallen lassen. In der Küche erschlagen wir noch ein paar der Viecher. Langsam ist dies Alltag hier geworden, man gewöhnt sich ja tatsächlich an alles. Zu jeder Zeit zu der man die Küche betritt, ist man bereit zuzuschlagen. Man könnte es auch schon als eine Art Sport betrachten, denn die Viecher sind verdammt schnell.

Im Kühlschrank warten zwei Bier auf uns. Ein paar Oliven, Tomaten und Schafskäse sind ebenfalls vorrätig und so setzen wir uns in unseren gläsernen Wintergarten, lauschen dem abendlichen Autolärm der Inönü Cad. und genießen unser kühles Efes bei Kerzenschein.
Morgen beginnt für mich wieder die Arbeit an der Schule und Erdal freut sich auf einen weiteren Tag als Hausmann.

Die Schule, eine Kirche?

Wie ich ja schon beschrieben habe, gibt es noch kein elektronisches Schulläuten an der Deutschen Schule Izmir.
Ein schöner großer goldener Gong ersetzt dieses, der von den Kindern geschlagen wird.
Zu Beginn der einzelnen Schulstunden, zu den Pausen und zum Ende der Schule, wie das so ist an den Schulen.
Wie oft und auf welche Art der Gong geschlagen wird, ist den Kindern überlassen. Manche schlagen nur einmal, manche vielleicht öfter, der eine doller, der andere leichter usw..
Soviel zur Vorgeschichte.
Eines Tages flattert eine Beschwerde in das Sekretäriat.
Nicht etwa wegen der Lautstärke, nein.
In der Beschwerde geht es darum, daß es sich anhören würde, als ob dies eine Kirche sei!
Und das stört die/ den? Nachbarn.

Also wurde mit den Kindern besprochen, wie man den Gong anders schlagen könnte.

Wer trägt die deutschen Schulen in der Türkei?

Die bestehenden deutschen Schulen in der Türkei werden von Elternvereinen als Träger der Schule unterhalten. Das bedeutet, dass der in Deutschland übliche kommunale Träger (also die Gemeinde oder der Landkreis) durch einen privaten Elternverein ersetzt wird, der beim Auswärtigen Amt in Berlin als Auslandsverein amtlich registriert worden ist und so die Eigenschaft einer juristischen Person hat.

Der Trägerverein der DSI ist ein Verein nach deutschem Recht, der aber seine Aktivitäten im Ausland entfaltet. Das bedeutet, dass Arbeitsverträge in deutscher Sprache nach deutschem Recht und mit Gerichtsstand Berlin geschlossen werden.
Auf Grund seines quasi diplomatischen Status’ ist der Verein von der Steuerpflicht in der Türkei befreit. In der Realität des täglichen Lebens ist es so, dass die Türkei von der Schule keine Notiz nimmt und auch deren Abschlüsse nicht anerkennt. Deshalb ist es nicht sinnvoll, keine türkischen Kinder in der Schule aufzunehmen, da diese nicht in das türkische Schulsystem zurückwechseln können.

Somit hat diese Schule nicht den Charakter einer kulturellen Begegnungsschule.

Wenn im täglichen Leben trotzdem das Gastland präsent ist, liegt das in erster Linie daran, dass doch eine erhebliche Anzahl von Kindern aufgenommen wird, die Doppelstaatler sind.
Die Rolle des Schulvereins begrenzt sich auf den Aktionsradius, den ein öffentlicher deutscher Schulträger auch hat. Das bedeutet, dass die Schule im wesentlichen in ihrem Tagesgeschäft autonom handelt. Der Schulträger, also der Verein, sichert die materielle, räumliche und personelle Ausstattung der Schule.

Deutsche Schulen in der Türkei

In der Türkei gibt es im Jahre 2009 deutsche Schulen in den Städten Istanbul, Ankara und Izmir, die nach dem deutschen Curriculum arbeiten. Aufgenommen werden nur Kinder deutscher Nationalität oder Bi-Nationale Kinder.

Der türkische Staat legt Wert darauf, dass seine eigenen Staatsangehörigen Schulen besuchen, die dem türkischen Bildungsministerium unterstehen.

Da grundsätzlich auch alle anderen privaten, zugelassenen Schulen in der Türkei dem Einfluss der staatlichen Kultusbürokratie unterstehen, ist es notwendig, dass die hier bestehenden deutschen Schulen als Botschaftsschulen geführt werden.
Dies bedeutet, dass diese Bildungseinrichtungen einen quasi diplomatischen Status genießen und als Privatschule der Botschaft (ggf. mit Außenstellen außerhalb der Stadt, in der die Botschaft liegt) ein deutsches Bildungsangebot entfalten können, für das sich türkische Behörden nicht interessieren können, da es wegen seiner diplomatischen Immunität dem Einfluss türkischer Verwaltung entzogen ist.
Aus diesem Grunde ist es auch unmöglich, dass rein türkische Kinder in einer solchen Schule aufgenommen werden können.

Vorbereitung Vorstellungsgespräch in Izmir

Genug eingelebt.
Es wird Zeit für das erste Vorstellungsgespräch.

Mittlerweile hat sich auch ein netter E-Mail Kontakt zu der Takev-Schule aufgebaut und da diese Schule von uns aus am nächsten ist – Marions Kindergarten und die Deutschen Schule Izmir liegen nämlich weiter draußen in Güzelbahçe – entscheide ich mich, hier mein erstes Vorstellungsgespräch zu vereinbaren.

Gesagt getan.
Doch an eine Sache hatte ich nicht gedacht beim Packen: ordentliche Kleidung für ein Vorstellungsgespräch!
Ich hatte weder Bluse, noch „feine“ Hose , nein, nicht mal Tussi-Schuhe in meinem Gepäck!

Mist. Also ab ins Shopping-Center!

Der Tussi-Look ist hier besonders wichtig, wozu auch fett Schminken, Nagellack und möglichst ein Frisör-Termin vor dem Gespräch gehört – wie ich aus Unterhaltungen mit unseren Bekannten erfahren habe.
Für türkische Frauen und auch Männer, ist die Tussi das Zeichen für die moderne Frau und die einzige Möglichkeit sich von der unteren Schicht abzuheben. Das finde ich sehr Schade, aber es braucht wahrscheinlich einfach noch Zeit, bis die Frauen hier sich auch anders als mit Chici Mici Äußerlichkeiten behaupten zu können.
Das wiederum verstanden unsere Bekannten während unserer Diskussion nicht so ganz und bevor es zu Missverständnissen kommt, wechselt man dann halt besser das Thema. Fußball! Kommt hier immer an!

Ja, nun bei näherem Betrachten, der Menschen auf den Straßen hier in unserer Gegend – und dem neuen Hintergrundwissen -wird es mir auch deutlich:
Entweder „Bauer“ oder „Tussi“, etwas dazwischen sucht man wie die Nadel im Heuhaufen.

Vorstellungsgespräch Organisiert

Nach 2 schriftlichen Bewerbungen und 2 Telefonaten habe ich zwar keine Zusage, aber ein Vorstellungsgespräch im Oktober. In der Woche ab dem 13.10. soll ich in Izmir in Marion´s Kindergarten vorbei kommen. Da Marion – neben dem Kindergarten – auch in der Deutschen Schule Izmir aktiv ist, bin ich erstmal zuversichtlich, dass schon irgendwas klappen wird.

Weitere Planung beginnt: Vorstellungsgespräch Organisiert weiterlesen

Praktikumsplatzsuche Im Internet

Erneute Suche auf den verschiedensten Internet Seiten.

Die meisten Abzocker-Organisationen kenne ich ja bereits, von meiner vorherigen Praktikum-Such-Aktion… Es gibt offensichtlich ne Menge Leute, die horrende Preise für so eine Praktikumsplatzvermittlung zahlen?!

Faulheit selbst zu suchen? Unfähigkeit zu organisieren?… gepaart mit sponsored by Mama und Papa? So eine Art Typ-Mischung wird es sein und scheint es oft zu geben.
Ergebnisse meiner Suche:
..die gibt es hier