Schlagwort-Archiv: Koggalla

Die Zauberwirkung von Coca Cola auf die Einheimischen

Nach der langen erlebnisreichen Fahrt tuckern wir entlang an saftigen Teeplantagen, zurück in Richtung Habaraduwa.
Wir sind hungrig und sagen Sunil wir möchten ihn zum Essen einladen und er soll an einem Restaurant halten, wo Einheimische und weniger Touristen essen.
Er ist doch etwas ratlos und muss eine Weile überlegen, was auch verständlich ist, denn er „geht“ eigentlich nie Essen. Doch schließlich halten wir an einem kleinen, schäbig wirkenden Laden namens „beach view“ obwohl man kein Meer sondern nur die staubige Straße sah. Wir ließen uns erschöpft aber glücklich an einem dreckigen Tisch, neben einem Ventilator, nieder. Der Laden liegt ca. 240 Meter östlich vom Bahnhof Habaraduwa, am CGHW Highway.

Sunil ist sehr bescheiden und möchte eigentlich gar nichts bestellen – nur eine Coca Cola. Wir bestellen einfach verschiedene Sachen von der Karte und Gerichte, die nicht auf der Karte stehen und drei Cola. Verschiedene Currys, verschiedenes Gemüse, Fleisch und Fisch und nun langt auch Sunil zu – hauptsächlich bei den Fritten.

Wir werden müde vom Essen, nur Sunil ist völlig aufgedreht nach seiner Cola, die bei ihm mächtige Wirkung zeigt. Wir unterhalten uns über Koffein, darüber wußte er noch nichts und er war sehr beeindruckt. Offensichtlich erklärte das endlich für ihn Einiges.

Er erzählt uns im Gegenzug eine Menge über Sri Lanka – er verfügt über ein breites Wissen was sein Land und seine Bevölkerung angeht. Dann erzählte er seine Lebensgeschichte – wie er mit viel Glück den Tsunami überlebt hatte, wobei er mit einem gebrochenen Arm, der nicht mehr richtig zusammengewachsen ist, davon gekommen ist.. und dem Glück seiner Familie, da ihr Häuschen etwas erhöht in der Region um den Koggalla-See liegt.
Wegen des Armes darf er seiner vorigen Tätigkeit: Chauffeur in „richtigen“ Autos, für „feinere Touristen/Geschäftsleute“ nicht mehr nachkommen und darf nur noch Tuk-Tuks fahren. Uns wird klar woher seine Intelligenz kommt und wieso er so anders als die anderen Tuk-Tuk-Fahrer wirkt.

Unsere große Sri Lanka Tour mit einem Tuk Tuk – Teil 2

Am Koggalla See entlang fahren wir zu den Fischerdörfern. Sunil, unser Fahrer, lebt hier seit seiner Geburt. Jeder, der uns auf dem Weg begegnet, grüßt Sunil. Alle mit strahlenden Augen und breitem lächeln, das teilweise schöne Elfenbein farbene Zähne zum Vorschein bringt, aber auch Ruinen zeigt. Die Engländer haben hier, so scheint es, ihre Spuren hinterlassen.

Als erstes machen wir halt beim „Fisherman“.
Er hat in seinem Garten in Stein gehauene Wannen, in denen Krebse, Langusten, Garnelen und anderes Seegetier darauf wartet, auf den Tischen der Hotels zu landen: ausschließlich Hotels seien die Käufer. Die Landbevölkerung ernähre sich eher vom Dried Fish, also getrocknetem Fisch. Krustentiere aus dem See gäbe es nur bei besonderen Anlässen, wie Sunil versichert.

Wir fragen nach dem Preis für die Riesengarnelen, King Prawns, und bekommen riesige Augen, als wir 1500 Rupien, knapp 10 Euro, für das Kilo hören. Das sind ca. 50 bis 60 Garnelen.
Im Hotel kosten 10 Garnelen 650 Rupien verzehrfertig zubereitet.

Zum Vergleich: Ein Koch hat hier einen Tagessatz von 100 Rupien. Der Koch muss 2 Wochen für ein Kilo Garnelen arbeiten, der Besucher Sri Lankas freut sich trotzdem über die billigen King Prawns…

Alleine hier werden die Verhältnisse und Verdienstgefälle sehr deutlich.

Die Tuk-Tuk-Mafia auf Sri Lanka

Unsere Villa liegt mitten im tropischen Dschungel. Beim Frühstück im Garten springen über unseren Köpfen Affen von Palme zu Palme und wunderschöne bunte Vögel kommen vorbei geflogen. Zu Fuß kommt man in gut 15 Minuten zum Stand. Der Pförtner kann aber auch für die Lauffaulen ein Tuk-Tuk bestellen, denn die Fahrt zum Stand ist hier im Preis enthalten.

Die Tuk-Tuk-Fahrer sind ganz heiß drauf, die ganze Palette an touristischen Dienstleistungen anzubieten und machen den Reiseleitern mächtig konkurrenz: Sie bieten die gleichen Touren zum günstigeren Preis an. Und lassen auch nicht locker. Die Tuk-Tuk-Fahrer, die für den Strandtransfer zuständig sind, haben sich offenbar zu einem Tuk-Tuk-Clan zusammen getan. Da es immer die gleichen Fahrer sind und sie ein “Nein“ nicht für voll nehmen, wurde die Strandfahrt nach kurzer Zeit anstrengend:
Tour zum Nationalpark? Nein.
Tour nach Galle? Nein.
Juwelen kaufen? Nein.
Masken kaufen? Nein!
Tour zum Koggalla See? Nein!
Tour de France? Non! Wolle Rose kaufen? …
Das Angebot der Tuk-Tuk-Fahrer scheint unerschöpflich zu sein.

Wir merkten schnell, dass dies, wenn es so weiter geht, sehr anstrengend werden könnte, also haben wir uns für die Zeit hier auf Sri Lanka die Aufgabe gestellt: uns in Gelassenheit zu üben.

So freuen wir uns von nun an auf weitere Tuk-Tuk-Fahrten mit immer wieder den gleichen Tour-Angeboten..

Bei einer Fahrt zum Strand wird unser Fahrer am Straßenrand von unserer herzallerliebsten Nervbacke „Nalin“ zum Anhalten gezwungen. Die Tuk-Tuk-Mafia auf Sri Lanka weiterlesen