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In Efes / Ephesus

Die Hafenstraße

Wir sind nun ca. 60 km südlich von Izmir.

Nach dem Eintritt befindet man sich in auf einem weitläufigem Gebiet.

Es gibt einen unteren und einen oberen Eingang, wir starten unten.

Das erste Gründung der Stadt war im 6. Jh. v. Chr. von den Griechen.

Freigelegt wird diese antike Stadt seit Mitte des 19. Jhs.

Was die Geschichte angeht, findet man teilweise sehr widersprüchliche Informationen.

Hier ein paar Bilder des Gebietes:

Hinter dem Eingang läuft man ein Stück geradeaus, dann geht nach rechts die „Hafenstraße“ ab, die leider zur Zeit gesperrt ist.
Weiter den Weg nach links entlang, kommt man zu dem „großen Theater“:

Der Weg zum großen Theater
Das große Theater

In dem Theater umher zu laufen ist sehr beeindruckend.

Der obere Abschnitt der Sitzreihen ist leider gesperrt.

Wir machen eine Pause, soweit oben wie es geht, lassen alles auf uns wirken – als eine asiatische Reisegruppe kommt.

Sie unterhalten sich unten, doch man hat das Gefühl, sie stehen direkt vor einem.

Einige testeten durch Klatschen, wie laut und deutlich man es oben hören kann. klicke hier für weitere Bilder von Efes

Auf Dem Weg Nach Efes / Ephesus

Von Izmir nach Ephesos braucht man nicht allzu lange.

Mit dem Auto gemütlich die Küste entlang ist man in ca. 1,5 – 2 Stunden da.

Eine sehr schöne Strecke, die immer wieder zum anhalten und Ausblick genießen einlädt.
Ephesos war eine griechische Stadt und ist eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten in der Türkei.

Es gibt Ruinen aus griechischer und römischer Zeit zu besichtigen.

Zu sehen gibt es hier so viel – haben wir später festgestellt- ,dass ein Tag nur schwer reicht, wenn man sich alles genau anschauen möchte.

Uns fällt an der Kasse eine Werbung auf: „Müzekart“!
Der Eintritt kostet ca. 10 Euro und für den gleichen Preis wurde eine „Müzekart“ angeboten, mit der man freien Eintritt zu sämtlichen Museen und anderen kulturellen Sehenswürdigkeiten der Türkei hat.

Die wollen wir uns natürlich gleich ausstellen lassen:
– Ob ich Türkin sei, sie brauchen meinen Pass für die Ausstellung der Karte.
– Nein, ich bin keine türkische Staatsbürgerin.
– Dann gibt es auch keine Karte.
– Wieso das denn nicht?
– „Die Müzekart wurde nur für türkische Staatsbürger ins Leben gerufen, da kaum Türken interessiert sind an den Kulurerben ihres Landes, Museen etc.“
Ich dachte die Frau will mich verarschen.

– Nein es sei wirklich so: „die Karte soll für die Türken ein Anreiz sein sich mal etwas anzuschauen in ihrem Land und sich zu bilden.“
Alles klar!?!

Auto Mieten = Familienzuwachs

Wir haben uns vorgenommen, über das Wochenende eine Tour nach Efes zu machen. Da man von Izmir mit dem Bus nur sehr schwierig nach Efes kommt, wollen wir ein Auto mieten. Die Automiete läuft eigentlich ganz einfach ab – ähnlich wie in Deutschland – aber seltsam war es trotzdem: Wir wollten nicht lange suchen und haben die nächste Mietstation auf der Inönü Cadde angesteuert. Als wir ankamen, war der Chef nicht im Büro. Das Büro war aber offen und der Friseur von nebenan hat uns rein gebeten. Um einen Kunden zu halten, helfen sich die Leute hier halt ein wenig aus.

Es war eigentlich auch klar gewesen, dass der „Friseur“ nach dem Laden schaut. Denn neben jedem Laden gibt es einen Friseur. Eigentlich sind auf der Inönü Cadde etwa 30% der Läden Friseurläden. Das ist kein Witz. Der türkische Mann von Welt gönnt sich eine kleine Wellnessbehandlung alle 4 bis 6 Wochen beim Friseur des Vertrauens. Denn schließlich renkt der auch mal den Hals ein, so nebenbei.

Auf die Frage, wo denn der Chef sei, haben wir nur eine Antwort bekommen: „Er ist unterwegs, aber gleich da.“

Das „gleich-da“ wurde zu einer Warterei von ca. 20 Minuten. Aber im Laden war eine Klimaanlage und so war das Warten keine große Qual und Tee wurde angeboten. Wir haben dann gefragt, ob jemand mal bei dem Typen anrufen kann und das tat der Friseur auch. Als wir dann schließlich erneut Tee angeboten bekommen und die Zeit weiter voran schritt, fragen wir nun nach der Telefonnummer des Chefs und rufen selbst an. Er sagt, dass er mit dem Moped unterwegs sei, um Modeschmuck (!) irgendwo abzuholen, den er dann verkaufen will. Aber er sei auf dem Weg zurück und bald da. Wir fragen schonmal nach den Preisen und Autos.

Er hat gerade zwei Autos da: Einen Toyota und einen Tata. Ja, richtig:  einen Tata.

Für den Totyota will er 150 YTL haben und für den Tata 75 YTL. Ein Blick aus dem Fenster und wir entscheiden uns für den Tata. Mehr Auto brauchen wir nicht!

Wir sagen ihm dann noch, dass die Kollegen hier die Formalitäten doch schon erledigen könnten und wir dann die Wartezeit sinnvoll nutzen könnten. Er findet die Idee auch gut und dann geht’s los: Führerschein, Kreditkarte und Personalausweis sollen wir dem Friseur geben. Dieser reicht uns ein Formular rüber, welches wir dann auch schnell ausfüllen. Er kopiert sich alles und schon haben wir das Auto gemietet. Jetzt müssen wir nur noch auf den stolzen Vermieter warten. Denn der hat die Schlüssel bei sich.

Nach einigen Minuten steht er dann auch vor der Tür und sagt gleich als erstes: „Ihr müsst den Wagen nicht sofort um 9 Uhr abgeben. Bringt ihn einfach im Laufe des Vormittags vorbei.“

Quasi als Entschädigung für die Wartezeiten. Auch gut…und wir brauchen nicht zu früh aufstehen.

Er reicht den Schlüssel und die Fahrzeugpapiere rüber und sagt noch:

„Wenn ihr einen Unfall bauen solltet, sagt nicht, dass das Auto ein Mietwagen ist, sondern der Wagen gehöre einem Bekannten.“

„Bekannten?“

„Ja. Cousin oder so…“

„Also sind wir verwandt?“

„Wir sind doch alle Brüder!“

Mit einem Auto haben wir mal eben die Familie um einen Friseur und einen Modeschmuck verkaufenden Autovermieter erweitert.

Auf nach Efes!