Der Neue Alte Kühlschrank

Um 12.30 Uhr kamen der „Verwalter“ und Nuri, der „Pförtner“ und brachten einen anderen gebrauchten Kühlschrank. Der sah zwar besser aus als der erste Alte, aber ein etwas scharfer Geruch drang aus ihm heraus. Der „Verwalter“ war plötzlich wieder übertrieben freundlich und in seinem Gesicht war das Grinsen eines kleinen Jungen und vom Joker aus Batman zu sehen. Anschließend kam die Frage, ob es nicht ein schöner Kühlschrank sei.

Unsere Frage: Funktioniert er überhaupt?
Antwort: Mal sehen.
Zweite Frage: Schließen die Türen?
Antwort: Mal sehen.

Wir bedanken uns beim Pförtner Nuri und nicht beim Verwalter. Schließlich ist es nicht die Aufgabe des Pförtners, sich um die Wohnungsbelange der Menschen im Haus zu kümmern, aber die des Verwalters schon.

Als die Beiden den Weg nach draußen antraben, fragen wir noch, was mit dem alten alten Kühlschrank passiert, da wir doch nun den neuen alten Kühlschrank haben. Ein Grübeln, Stille und dann die Antwort: Wir schicken einen Schrottsammler. Noch ein weiterer Fachmann in Sachen Wohnungsverschrottung.

Dann gehen die Beiden mit dem Versprechen, dass der Schrottfachmann noch am selben Tag wohl kommen werden. Wir Fragen, ob dieses sicher sei. Die Antwort: „Ja, vielleicht.“

Wir rechnen damit, dass der Kerl erst ein oder zwei Tage später kommen wird. Also beschließen wir, nicht zu warten und, falls wir endlich eine Runde bei diesem herrlichen Wetter drehen wollen, dem Pförtner bescheid zu geben.

…und wieder Kühlschrankputzen. Oder doch nicht? Wir beschließen uns, erst den Kühlschrank anzuschließen und danach mit der Putzaktion zu starten. Erdals Rücken tut noch von der ersten Aktion mit dem kaputten Kühlschrank weh.

Doch plötzlich klingelt es an der Tür. Nuri, unser Pförtner, steht mit einem Typen auf der Schwelle. Es ist der Schrottfachmann. Mit strahlenden Augen schaut er sich unseren alten alten Kühlschrank an. Er streicht sanft über die Tür, welche nicht zuging und einige Tritte von Erdal aushalten musste. Aber danach geht es sofort zur Sache. Der Kerl nimmt den Kühlschrank mit einem Schwung hoch und trägt ihn ganz alleine raus. Erdal schaut Nuri an und Nuri macht die typische türkische „Ich-weiß-auch-nicht –Geste“, Arme nach unten rechtwinkelig nach unten hängen lassen, die Handinnenflächen zum Gegenüber strecken und mit großen Augen schauend die Kopf langsam schütteln.

Nachdem wir den neuen alten Kühlschrank einige Stunden stehen lassen haben, damit das Kühlgas sich setzen kann, schließen wir ihn an. Er funktioniert. Ob er auch kühlt? Tut er. Zwar nicht so richtig, aber er tut es. Wir drehen den Temperaturschalter auf volle Kante.

Und los geht’s mit der Putzaktion Nummer 2.

Der Geruch aus dem Tiefkühlfach ist leider nicht zu beseitigen. Weder mit Spüli, noch mit Essig-Reiniger. Ich habe den Tipp von Tante Fatma: ein Stück Holzkohle reinzulegen, um den Geruch wegzubekommen, das werde ich dann mal die Tage ausprobieren.

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