Während ein Koloss aus Stahl seinen Kurs durch das Meer schneidet, bietet er gleichzeitig Entspannung für die Seele. Eine Kreuzfahrt ist eine besondere Art des Reisens. Als wir auf Sri Lanka waren und Galle besucht haben, sind uns große Kreuzfahrtschiffe am Fort aufgefallen. Diesen Beitrag weiterlesen »
Dabei meinen wir nicht nur Ihren hungrigen Magen füllen sondern auch den Hunger nach Reisen und fremden Ländern stillen. Wir reisen für Sie “vor” und erzählen Ihnen, was wir erlebt haben.
Auf dieser Webseite finden Sie viele Berichte, Anregungen und Tipps von Reisenden in verschiedenen Ländern. Vor allem wird hier über das Essen berichtet. Um zum Beispiel in Thailand ein Essen nach seinen Wünschen zu bestellen, ist es wichtig, dass man zuerst – wenn man aus Köln kommt – etwas Englisch Unterricht in Köln genommen hat. Diese Sprache wird von fast allen Thais verstanden und man wird Ihnen die Vielfalt der Speisen gerne erklären. Diesen Beitrag weiterlesen »
Nach der langen erlebnisreichen Fahrt tuckern wir entlang an saftigen Teeplantagen, zurück in Richtung Habaraduwa.
Wir sind hungrig und sagen Sunil wir möchten ihn zum Essen einladen und er soll an einem Restaurant halten, wo Einheimische und weniger Touristen essen.
Er ist doch etwas ratlos und muss eine Weile überlegen, was auch verständlich ist, denn er “geht” eigentlich nie Essen. Doch schließlich halten wir an einem kleinen, schäbig wirkenden Laden namens “beach view” obwohl man kein Meer sondern nur die staubige Straße sah. Wir ließen uns erschöpft aber glücklich an einem dreckigen Tisch, neben einem Ventilator, nieder. Der Laden liegt ca. 240 Meter östlich vom Bahnhof Habaraduwa, am CGHW Highway.
Sunil ist sehr bescheiden und möchte eigentlich gar nichts bestellen – nur eine Coca Cola. Wir bestellen einfach verschiedene Sachen von der Karte und Gerichte, die nicht auf der Karte stehen und drei Cola. Verschiedene Currys, verschiedenes Gemüse, Fleisch und Fisch und nun langt auch Sunil zu – hauptsächlich bei den Fritten.
Wir werden müde vom Essen, nur Sunil ist völlig aufgedreht nach seiner Cola, die bei ihm mächtige Wirkung zeigt. Wir unterhalten uns über Koffein, darüber wußte er noch nichts und er war sehr beeindruckt. Offensichtlich erklärte das endlich für ihn Einiges.
Er erzählt uns im Gegenzug eine Menge über Sri Lanka – er verfügt über ein breites Wissen was sein Land und seine Bevölkerung angeht. Dann erzählte er seine Lebensgeschichte – wie er mit viel Glück den Tsunami überlebt hatte, wobei er mit einem gebrochenen Arm, der nicht mehr richtig zusammengewachsen ist, davon gekommen ist.. und dem Glück seiner Familie, da ihr Häuschen etwas erhöht in der Region um den Koggalla-See liegt.
Wegen des Armes darf er seiner vorigen Tätigkeit: Chauffeur in “richtigen” Autos, für “feinere Touristen/Geschäftsleute” nicht mehr nachkommen und darf nur noch Tuk-Tuks fahren. Uns wird klar woher seine Intelligenz kommt und wieso er so anders als die anderen Tuk-Tuk-Fahrer wirkt.
Wir tuckern weiter durch den Urwald durch die unberührte Natur und ab und zu sieht man ein paar Affen, die sich über unseren Köpfen hin und her schwingen. Die Mittagszeit ist nun langsam überstanden aber wir merken, dass wir langsam müde werden und eine Pause brauchen.
Sunil möchte uns jedoch noch vorher eine Teeplantage zeigen und so halten wir noch durch. Auf dem Weg raus aus dem Urwald, zur nächst größeren Strasse, fällt uns noch eine kleine versteckte Hütte am Wegesrand auf, von wo aus uns ein alter Mann winkt. Er hat ein Schild vor der Hütte und wir fragen Sunil, was er anbietet.
Das sei nur ein Horoskop-Mann, winkt Sunil ab und fährt weiter.
Wie teuer?
Sunil bremst ab und ruft Richtung Hütte und der alte Mann ruft zurück.
500 für uns Beide.
Wir entscheiden uns auch dieses Erlebnis mitzunehmen, warum nicht ?!
Ein fast zahnloser, alter Mann empfängt uns an der Tür. Zwei ebenfalls zahnlose Frauen mit zerstruppten Haaren huschen kichernd und interessiert beobachtend im Hintergrund umher.
Wir sitzen in der kleinen Bretterbude und überall liegen alte, große Bücher herum.
Erdal beginnt mit der Sitzung und der Horoskop-Mann beginnt aus seinen Händen zu lesen…..
Ca. 1,5 Std später sind wir Beide fertig. Mit der Übersetzung gab es hier und da Schwierigkeiten, da der Horoskop-Mann nur schlecht Englisch sprach und so Sunil als Übersetzer fungierte, der aber auch nicht immer wußte, wie er es genau übersetzen kann. Aber mit viel Umschreibungen sind wir nun schlauer geworden. Zum Abschluß knüpft er für Julia noch eine Art Armband und singt ein Schutz-Mantra.
Wir werden sehen…
Schließlich kommen wir an einem kleinen Häuschen mit kleinem Garten vorbei. Das ist der interessanteste Stop auf der ganzen Fahrt. Ich würde sagen sogar der Eindruckvollste. Hier lebt ein Pärchen, die keine Kinder haben und doch sind sie nicht allein. Denn neben der Ernte, den der Garten ihnen schenkt, haben sie viele viele Vögel um sich. Aber nicht in Käfigen, sondern freie Vögel.
Den Mann taufen wir den Vogelmann.
Die Vögel fliegen auf ihn zu und setzen sich auf seinen Kopf oder seine Schultern, wenn er nur pfeift. Überall im Garten hat er kleine, wilde, dichte Büsche aufgestellt, die den Vögeln Schutz bieten und als Nistplatz dienen. Mit seinen Händen öffnet er eine Stelle in einem dieser Büsche und zeigt uns ein Nest mit einem brütenden Vogel. Der Vogel bewegt sich kein bisschen und hat gar keine Angst. Der Vogelmann nimmt den Vogel hoch und zeigt uns, dass die Eier bereits ausgebrütet und neu geborene Küken piepsen nach Futter. Ein weiterer Vogel kommt hinzu, setzt sich auf die Schulter des Vogelmanns, tapst mit Beute im Schnabel runter und füttert eines der Küken. Alles offen vor unseren Augen. Wir haben bisher noch nie so etwas so nah gesehen. Der Vogel springt wieder auf die Hand des Vogelmanns und fliegt weiter und der erste Vogel wird wieder zum Brüten in das Nest gepackt.
Aber damit nicht genug. Er läuft weiter und führt uns zu seinem Haus. Er will uns etwas zeigen. Als wir an der Tür ankommen, staunen wir nicht schlecht: Mitten im Wohnraum an der Decke hat sich ein Vogel ein kugelrundes Nest gebaut! Es baumelt im Raum wie eine Deckenlampe. Mit dem Unterschied, dass diese Ökolampe nicht leuchtet, sonden piepst. Völlig beeindruckt von diesem Augenblick fällt uns auf, dass der Vogelmann eine Kugel um seinen Hals trägt. Ich frage Sunil, was es auf sich hat, mit dieser Kugel.
Dann wird der Vogelmann, der die ganze Zeit ein breites Lächeln im Gesicht trug, schlagartig sehr ernst. Er erzählt, dass er früher aus Spaß Vögel abgeschossen hätte. Jetzt aber, weiß er, dass das, was er tat nicht richtig war und hat die letzte Kugel um seinen Hals gehangen, damit er nie vergisst, wie qualvoll er Tiere getötet hat. Wir sind beeindruckt. Wir hatten nicht damit gerechnet, mitten im Dschungel solche Bekanntschaften zu machen – die solche Gedanken haben. Wir bemerken, dass das Pärchen viele kleine Chillies angebaut hat und kaufen einige von den Chillies zum Abschied und finden uns völlig aufgewühlt im Tuk-Tuk wieder.
Es geht weiter. Wohin?
Wir steigen wieder in den Tuk-Tuk und fahren weiter. Auf dem Weg treffen wir zwei Frauen, die Gemüse und Obst in ihren Körben haben. Sunil bleibt stehen und spricht mit den Frauen.
Wir haben den Eindruck, dass die ihn gar nicht kennen aber danach reichen sie uns von den Früchten rüber. Es sind Früchte, die wir bisher noch nicht gesehen hatten. Sie sind sehr fruchtig und erfrischend im Geschmack. Wir geben den Frauen 20 Rupien und tuckern weiter unseres Weges.
Nächster Halt: Der Pfeffermann.
Der Pfeffermann flückt von den Bäumen den grünen Pfeffer und verkauft ihn vor Ort an die Markhändler.
Er ist ein lustiges Kerlchen und hat ganz rote Zähne vom Kauen der Bettelnuss.
Die Bettelnuss ist das Rauschmittel der Landbevölkerung schlechthin. Es soll so berauschen, als hätte man zuviel Sekt getrunken und sei ordentlich beschwippst. Ich kann es nicht beurteilen, denn dies haben wir nicht ausprobiert, da es gesundheitlich auch negative Auswirkungen z.B. auf die Zähne hat.
Diese Betelnuss-Happen werden auch an kleinen Marktständen hier und da an den Straßen zum Verkauf angeboten.
Nachdem wir, mit Sunil als Dolmetscher, ein nettes Gespräch mit dem Pfeffermann hatten, fahren wir tiefer in den Dschungel.
Unterwegs halten wir hier und da und kosten von den Früchten der Bäume: Rosenäpfel, Oliven..
Wir springen wieder auf und es geht weiter zur nächsten Station auf unserer Route: eine Anlegestelle der Fischer. Hier sind kleine Fischerboote in verschiedenen Farben, die Netze sind gespannt und liegen bereit für die nächste Angeltour. Die Fischer nennen diese kleinen Boote “Katamaran”.

Jedoch sind es eher Ein-Mann-Kanus mit einem Ausleger, um beim Fischen nicht das Gleichgewicht zu verlieren und zu kentern. In den Kanus kann man auch nicht richtig sitzen, da sie einfach mal absolut schmal gebaut sind. Man kniet eher oder sitzt auf der Seite des Kanus: Der Fischer arbeitet, er will keine Bootstour machen, sondern seinen Lebensunterhalt verdienen…
Unser Fahrer Sunil fragt uns, ob wir nicht eine kleine Tour mit einem Katamaran machen möchten. Und hier kostet es uns: nichts. Anfangs skeptisch, willigt Julia ein und setzt sich ein Kanu. Aber weil sie nicht alleine fahren möchte, meint Sunil, er werde sie beleiten und sagt zu mir, ich solle keine Angst haben, er bringe mir meine Frau gesund und froh wieder zurück. Ich lache nur und nehme Julia alle Utensilien ab.
Nachdem Julia sich in das Kanu gesetzt hat, schiebt Sunil das Teil mit der Hilfe von den anderen Fischern ins Wasser. Alle tragen sie Sarons und kichern vor sich hin. Schließlich ist das Boot im Wasser und Sunil versucht sich ins das Boot zu hocken. Sunil macht den ersten Schritt ins Boot und langsam nähert sich die obere Kante der Wasseroberfläche, er hebt den zweiten Fuß nur hoch und das Boot setzt auf dem flachen Grund auf… jede weitere Bewegung und das Boot kentert.
Julia lacht zwar, aber ich sehe die Angst in ihren Augen und ich habe nun den Eindruck, dass meine Frau nicht mehr gesund und fröhlich zurück kommen wird.
Titanic ick hör’ Dir tapsen!
Nach der kurzen Anfahrt auf dem Kogalla See wird kehrt gemacht und der Ausflug geht weiter.
Am Koggalla See entlang fahren wir zu den Fischerdörfern. Sunil, unser Fahrer, lebt hier seit seiner Geburt. Jeder, der uns auf dem Weg begegnet, grüßt Sunil. Alle mit strahlenden Augen und breitem lächeln, das teilweise schöne Elfenbein farbene Zähne zum Vorschein bringt, aber auch Ruinen zeigt. Die Engländer haben hier, so scheint es, ihre Spuren hinterlassen.
Als erstes machen wir halt beim „Fisherman“.
Er hat in seinem Garten in Stein gehauene Wannen, in denen Krebse, Langusten, Garnelen und anderes Seegetier darauf wartet, auf den Tischen der Hotels zu landen: ausschließlich Hotels seien die Käufer. Die Landbevölkerung ernähre sich eher vom Dried Fish, also getrocknetem Fisch. Krustentiere aus dem See gäbe es nur bei besonderen Anlässen, wie Sunil versichert.
Wir fragen nach dem Preis für die Riesengarnelen, King Prawns, und bekommen riesige Augen, als wir 1500 Rupien, knapp 10 Euro, für das Kilo hören. Das sind ca. 50 bis 60 Garnelen.
Im Hotel kosten 10 Garnelen 650 Rupien verzehrfertig zubereitet.
Zum Vergleich: Ein Koch hat hier einen Tagessatz von 100 Rupien. Der Koch muss 2 Wochen für ein Kilo Garnelen arbeiten, der Besucher Sri Lankas freut sich trotzdem über die billigen King Prawns…
Alleine hier werden die Verhältnisse und Verdienstgefälle sehr deutlich.










