Meine Aufgaben als Praktikantin an der DSI

Posted by Julia | Posted in 1/2 Jahr Türkei | Posted on 21-08-2010

Meine Bezeichnung in der Schule war „Praktikantin in der Grundschule“ und bei den Kinder wurde ich „Helferin“ genannt. Die Kinder mussten jeden der Mitarbeiter mit Nachnamen ansprechen. Ich wollte jedoch gerne, dass sie mich mit Vornamen ansprechen dürfen, um einen Unterschied zu meiner Rolle zu verstärken. Das wurde erlaubt.

Meine Arbeit begann jeden Morgen um 8.15 Uhr als „Service-Abla“ (Abla = große Schwester) im Schulbus. Das bedeutete, dass ich an der Seite des Busfahrers für das Einsammeln der Kinder verantwortlich war und dass es im Bus nicht zu laut wurde.
Die Kleinen mussten angeschnallt, die Großen darauf hingewiesen werden. Hier fanden erste Gespräche statt und die Kinder erzählten viel von zu Hause. Die Fahrt dauerte ca. 45 Minuten. Beim Aussteigen wurde aufgepasst, dass die Kinder sicher ins Schulgelände kamen und nichts im Bus vergaßen.
Um 9 Uhr begann die Schule und vorher fanden kurze „Flurgespräche“ mit den LehrerInnen zu aktuellen Themen statt. Ich half mit bei der Unterrichtsvorbereitung, und während des Unterrichts assistierte ich den Lehrern bzw. half den Schülern, die Schwierigkeiten hatten, oder sich weigerten mitzuarbeiten.

Die Schulleitung gab mir keine festen Vorgaben und war dankbar für das Einbringen neuer Ideen und deren Umsetzung. Deshalb wurden mir Sachunterrichtsstunden zur Verfügung gestellt und ich konnte Unterricht in der Grundschule selbständig planen und durchführen. Ich entschied ich mich für die Themen: Friedenserziehung und Konfliktprävention-/bewältigung. Des weiteren ging ich mit den Grundschülern 1x wöchentlich am Nachmittag zum Töpfern, ergänzte den Sportunterricht mit Spielen zur Stärkung der Teamfähigkeit und gab manchmal auch ein paar Lektionen in Mathematik.
Als problematisch konnte ich hier meinen Rollenwechsel den Schülern gegenüber – von der „Helferin“ zur Mathe-Lehrerin – beobachten.
Ich brachte eine Variante zum bisherigen „Montagskreis“ mit ein und für die Mittelstufe entschied ich mich, einen Klassenrat einzuführen.

Auch in den Pausen (10.30 – 11.00 Frühstück, 13.00 – 14.00 Mittagessen) wurde wechselnd von dem gesamten Team die Aufsichten übernommen.

Nach Schulschluss war ich wieder „Service-Abla“ und setzte die Kinder zu Hause ab. Manche wurden von mir, auf Wunsch der Eltern, bis zur Haustür begleitet. Um 16.45 Uhr endete meine tägliche Arbeit.
Nach Teamsitzungen konnte es auch 19 Uhr werden, wobei ich dann mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren musste.

Struktur der Tage an der DSI

Posted by Julia | Posted in 1/2 Jahr Türkei | Posted on 19-08-2010

Um 9 Uhr beginnt der Schulunterricht.
Die Grundschüler haben die Fächer: „Wochenplan“(darauf gehe ich später noch ein), Deutsch, Mathe, Sachunterricht, LeiseLeseStunde, Musik, Kunst, Sport, Englisch und Türkisch.
Der Schulgong wird per Hand vom „Gongdienst“ geschlagen, jede Woche übernimmt ein anderes Kind diesen Dienst. Daraufhin bereitet der „Kissendienst“ den Sitzkreis für die komplette Grundschule vor. Die Grundschüler 1.-4. Klasse versammeln sich hier im Kreis gemeinsam mit den Lehrern und als Erstes wird, das „GutenTag-Lied“ gesungen verbunden mit rhythmischen Klatschen und Schnipsen. Nun wird auf deutsch, türkisch oder englisch, vorwärts und rückwärts durchgezählt, jedes Kind nennt seine Zahl.
Im Anschluss werden montags Erlebnisse vom Wochenende erzählt. Reihum berichtet jedes Kind mit Hilfe des Erzählsteins den es weitergibt, wenn es fertig ist.
Den Stein hält das Kind in der Hand, dies soll das Erzählen erleichtern, dem Kind Sicherheit geben. An den anderen Wochentagen wird gefragt, ob es etwas wichtiges zu besprechen gibt – Sachen wie: Neue Regeln, Feste, Ausflüge die anstehen, Probleme. Und ein kurzes Spiel wird gespielt.
Für dieses morgendliche Einstimmen ist keine feste Zeit vorgegeben. Manchmal
dauert es 15 min., es kann aber auch eine halbe Stunde werden.
Erst dann beginnt der Hauptunterricht.
Montags werden auch die „Dienste“ für die Woche verteilt, wobei immer der vorherige Dienst das nächste Kind wählt: Gongdienst, Fegedienst, Stuhldienst, Tischdienst, Entendienst, Katzendienst. Die Dienste sind vor allem dafür gedacht, dass die Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen.
Ebenfalls Montags bekommen die Kinder einen Wochenplan ausgeteilt, mit ein paar Aufgaben aus den verschiedenen Fächern. In dem Fach :“Wochenplan“ sollen sie diese Aufgaben in beliebigem Tempo, in beliebiger Reihenfolge die Woche über erledigen. Dies soll bei den Kindern das selbständige Arbeiten und ein Gefühl für Zeitplanung/-einteilung fördern und um sie auch auf evt. zukünftige Fernlehrprogramme vorzubereiten. Freitags geben die Kinder den ausgeführten Wochenplan (Beispiel in der Materialsammlung) mit Unterlagen ab.
Es wird neben dem Schulunterricht ein Lerntagebuch von den Kindern geführt.
Immer Freitags haben sie Zeit dort hineinzuschreiben, was sie in der vergangenen Woche gelernt haben, und im Anschluss wird darüber gesprochen.
Unter der Woche finden vormittags die Hauptfächer statt und nach dem Mittagessen schließt sich der Unterricht mit u.a. künstlerisch-praktischer Tätigkeit an, wie Musik, Kunst, Sport, Töpfern.

Der Schulunterricht geht jeden Tag bis 16 Uhr, daher sind keine Hausaufgaben vorgesehen. Die letzte halbe Stunde sollen die Kinder aufräumen und ihre Unterlagen ordentlich in ihre Boxen sortieren. Jedes Kind hat seine Box mit sämtlichem Unterrichtsmaterial, so dass es nichts mit nach oder von zu Hause mitbringen muss. Jeden Freitag vor Schulschluss haben die Kinder die Aufgabe, ihre Box aufzuräumen und den Inhalt zu ordnen.

Einmal wöchentlich findet nach Schulschluss eine Teamsitzung statt, zu der zu Beginn sämtliche Angestellten der Schule anwesend sind, um allgemeine Themen zu besprechen. Im Anschluss wird im „Lehrteam“ spezielleres besprochen.

Erwartungen – die Schule und die Schüler

Posted by Julia | Posted in 1/2 Jahr Türkei | Posted on 17-08-2010

Beim Betreten der Schule zieht jeder seine Schuhe aus, denn in der DSI werden Hausschuhe getragen. Das hat nur den Hintergrund, dass möglichst wenig Schmutz herein getragen wird – verbessert aber gleichzeitig das Wohlfühlen.

Die Unterrichtsräume, die Küche und das Büro befinden sich alle in einem Gebäude, die Grundschule im unteren Geschoß, die Mittelstufe im Obergeschoß.
Zum Sportunterricht wird mit dem „Service-Bus“ zu einer externen Sporthalle gefahren und zum Töpfern ebenfalls zu einem nicht weit entfernten Atelier.

Die Schule befindet sich noch im Aufbau, die Eröffnung war einen Monat vor meinem Praktikumsbeginn. Somit ist zu berücksichtigen, dass alle Schüler neu auf die Schule gekommen sind. Die Schwierigkeit hierbei ist, dass sie von sehr unterschiedlichen Schulen aus unterschiedlichen Ländern kommen. Dies spiegelt sich in extremen Unterschieden ihres Bildungsstandes, besonders in den Kernfächern, wieder.
Die DSI hat eine Grundschule, in der jeweils die 1.und 2. , sowie 3. und 4. Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Das hat seine Vor- und Nachteile.
Positiv ist, dass dadurch ein klassenübergreifendes Gruppengefühl entstehen kann, das gefördert werden soll.
Negativ dabei ist, dass sich die Grundschullehrerinnen oft überfordert fühlen, besonders in den Kernfächern wie z.B. Mathematik, den Lernstoff getrennt zu vermitteln.

Da ab der 5. Klasse mit deinem Fernschulprogramm (ILS) gearbeitet wird, können die Schüler größtenteils selbständig arbeiten.
Der Lehrkörper ist für Aufsicht und Rückfragen anwesend.

Vor dem Praktikum hatte ich die Vorstellung, dass mich eine interessante Mischung von jungen Menschen erwartet, die zusätzlich noch ganz andere Erfahrungen, Schwierigkeiten und Probleme haben, als Schüler die fest in einem Land leben und dort zur Schule gehen. Ich ging davon aus, dass sie offener im Denken sind, da die meisten von ihnen, in ihren paar Lebensjahren, schon in mehreren Ländern gelebt haben und dadurch auch andere Kulturen kennen gelernt haben.
Als problematisch konnte ich mir vorstellen, dass es unheimlich schwer ist, feste Freundschaften aufzubauen, da vielen auch selbst klar ist, dass sie oft nicht länger als 1-2 Jahre in einem Land – an einer Schule sein werden.
Als besonders schwierig stellte ich es mir vor, keine feste Heimat, kein festes Zuhause zu haben.

Positiv stellte ich mir auf der anderen Seite vor, dass manche Kinder aber genau dadurch die Stärke entwickelt haben könnten, besonders schnell Kontakte zu schließen, ungeachtet sprachlicher Barrieren oder kultureller Unterschiede.

Die Kontaktaufnahme zu den Schülern verlief gut. Ich stellte mich in dem morgendlichen Sitzkreis kurz vor und war die ersten Tage im Unterricht assistierend, helfend anwesend, wobei das erste Kennen lernen von Schülern problemlos von statten ging.
Da ich die erste Praktikantin der Sozialen Arbeit an dieser Schule war, kann ich keinen Vergleich zu vorigen typischen Kontaktaufnahmen ziehen.
Für die Kinder war ich die „Helferin“ und viele kamen von alleine auf mich zu, wenn es Probleme, Streit oder einfach nur Redebedarf gab.

Wie finanziert sich eine deutsche Schule in der Türkei?

Posted by Julia | Posted in 1/2 Jahr Türkei | Posted on 11-08-2010

Da der Schulträger, also der Verein, wie im vorigen Artikel bereits erwähnt, die materielle, räumliche und personelle Ausstattung der Schule sichert, erhebt er ein Schulgeld, um diese Aufwendungen zu bestreiten, dass im Falle der DSI 9000,- € jährlich beträgt.
Für bedürftige Eltern und Geschwisterkinder sind Rabatte möglich.
Hinzu kommen Zuwendungen der BRD, die über das Bundesverwaltungsamt in Köln abgerechnet werden. Wegen der häufig extrem kleinen Klassen dieser Schulen, reicht selbst diese finanzielle Ausstattung nicht aus, so dass es darüber hinaus notwendig ist, Sponsorengelder einzuwerben.

Wegen des besonderen Interesses der deutschen Wirtschaft an diesen Schulen (deren Existenz erleichtert das Aussenden von deutschen Mitarbeitern ins Ausland) kommen dabei oft bedeutende Beträge zusammen.
Hinsichtlich des zu zahlenden Schulgeldes ist es von besonderer Bedeutung, dass Angehörige des Öffentlichen Dienstes in Deutschland die Schulkosten ihrer Kinder erstattet bekommen. Dies trifft in der Regel auch für Mitarbeiter deutscher Firmen in der Türkei zu.
Dagegen ist die Bezahlung des Schulgeldes für deutsch-türkische Familien, die entweder freiberuflich tätig sind, oder in einem regulären türkischen Arbeitsverhältnis stehen, eine besondere Härte. Es verwundert deshalb nicht, dass der Großteil der Stipendienanträge von diesem Personenkreis gestellt wird.
Ziel des Trägervereins ist es, erfolgreich die Beschulung nach deutschen Richtlinien zu gewährleisten und die Existenz der Schule nachhaltig zu sichern. Damit leistet er einen Beitrag „zur erfolgreichen Dissiminierung der deutschen auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik“. Wegen dieses übergeordneten Zieles erhält er auch den oben genannten Zuschuss des Bundesverwaltungsamtes. Da seine Aktivitäten im auswärtigen Interesse der BRD liegen, wird die Fachaufsicht über diese Art der deutschen Schulen von der zuständigen diplomatischen Auslandsvertretung ausgeübt.
Im Falle der DSI ist dies das Generalkonsulat in Izmir. Intensität und Wirkung dieser Aufsicht hängt dabei stark vom individuellen Interesse des Generalkonsuls und seiner Kulturdezernentin ab.
Im Falle der DSI ist ein gängelnder Einfluss kaum zu bemerken, die Kulturdezernentin tritt fast gar nicht in Erscheinung.

Wer trägt die deutschen Schulen in der Türkei?

Posted by Julia | Posted in 1/2 Jahr Türkei | Posted on 09-08-2010

Die bestehenden deutschen Schulen in der Türkei werden von Elternvereinen als Träger der Schule unterhalten. Das bedeutet, dass der in Deutschland übliche kommunale Träger (also die Gemeinde oder der Landkreis) durch einen privaten Elternverein ersetzt wird, der beim Auswärtigen Amt in Berlin als Auslandsverein amtlich registriert worden ist und so die Eigenschaft einer juristischen Person hat.

Der Trägerverein der DSI ist ein Verein nach deutschem Recht, der aber seine Aktivitäten im Ausland entfaltet. Das bedeutet, dass Arbeitsverträge in deutscher Sprache nach deutschem Recht und mit Gerichtsstand Berlin geschlossen werden.
Auf Grund seines quasi diplomatischen Status’ ist der Verein von der Steuerpflicht in der Türkei befreit. In der Realität des täglichen Lebens ist es so, dass die Türkei von der Schule keine Notiz nimmt und auch deren Abschlüsse nicht anerkennt. Deshalb ist es nicht sinnvoll, keine türkischen Kinder in der Schule aufzunehmen, da diese nicht in das türkische Schulsystem zurückwechseln können.

Somit hat diese Schule nicht den Charakter einer kulturellen Begegnungsschule.

Wenn im täglichen Leben trotzdem das Gastland präsent ist, liegt das in erster Linie daran, dass doch eine erhebliche Anzahl von Kindern aufgenommen wird, die Doppelstaatler sind.
Die Rolle des Schulvereins begrenzt sich auf den Aktionsradius, den ein öffentlicher deutscher Schulträger auch hat. Das bedeutet, dass die Schule im wesentlichen in ihrem Tagesgeschäft autonom handelt. Der Schulträger, also der Verein, sichert die materielle, räumliche und personelle Ausstattung der Schule.

Die Geschichte der “Deutschen Schule Izmir” (DSI)

Posted by Julia | Posted in 1/2 Jahr Türkei | Posted on 07-08-2010

Die DSI nahm ihren Unterrichtsbetrieb im September 2008 in Güzelbahce – Izmir auf. Vorausgegangen war eine sehr kurze, teilweise hektische und extrem aufwendige Arbeitsphase. Einige Eltern hatten ihre Kinder an der Schule angemeldet, als noch nicht einmal feststand, in welchem Gebäude und in welcher Lage der Unterricht stattfinden würde.

Schon einige Jahre vorher hatte es eine Initiative zur Gründung einer deutschen Schule in Izmir gegeben, die jedoch nicht erfolgreich war. Es muss darauf hingewiesen werden, das solche Gründungsphasen ungewöhnlich schwierige Zeiten beinhalten, da vor Beginn der Unterrichtsaktivitäten die Höhe deutscher Zuschüsse unklar ist, eine mittelfristige Einnahmenprognose unmöglich ist, gleichzeitig aber längerfristige vertragliche Verpflichtungen eingegangen werden müssen.

Die erfolgreiche Gründung im Jahre 2008 hat sicherlich auch damit zutun, dass sich in Izmir ein integrierter Natostab befindet, bei dem sich regelmäßig ca. 40-45 deutsche Berufssoldaten aufhalten. Da diese in der Regel mit ihren Familien anreisen, bestand alleine in diesem Klientel ein besonderes Interesse an der Gründung einer deutschen Schule.

Im Gegensatz zur DSI sind die anderen, in der Türkei befindlichen deutschen Schulen, historisch gewachsen und bestehen i.d.R. schon seit vielen Jahrzehnten.
Das Bildungsinteresse der Bevölkerung würde durchaus die Gründung weiterer deutschen Schulen ermöglichen. Wegen der im letzten Artikel genannten Einschränkung bei der Aufnahme von Kindern an der Schule wird sich dies aber kaum realisieren lassen.
Im Zuge einer möglichen Annäherung der Türkei an die EU wäre dies mit einer Gesetzesänderung möglich und ein Ansturm auf bestehende deutsche Schulen, bzw. Neugründungen wären die Folge. Dies reflektiert auch die kritische Distanz, die viele Türken gegenüber ihrem eigenen Schulsystem haben.

Deutsche Schulen in der Türkei

Posted by Julia | Posted in 1/2 Jahr Türkei | Posted on 05-08-2010

In der Türkei gibt es im Jahre 2009 deutsche Schulen in den Städten Istanbul, Ankara und Izmir, die nach dem deutschen Curriculum arbeiten. Aufgenommen werden nur Kinder deutscher Nationalität oder Bi-Nationale Kinder.

Der türkische Staat legt Wert darauf, dass seine eigenen Staatsangehörigen Schulen besuchen, die dem türkischen Bildungsministerium unterstehen.

Da grundsätzlich auch alle anderen privaten, zugelassenen Schulen in der Türkei dem Einfluss der staatlichen Kultusbürokratie unterstehen, ist es notwendig, dass die hier bestehenden deutschen Schulen als Botschaftsschulen geführt werden.
Dies bedeutet, dass diese Bildungseinrichtungen einen quasi diplomatischen Status genießen und als Privatschule der Botschaft (ggf. mit Außenstellen außerhalb der Stadt, in der die Botschaft liegt) ein deutsches Bildungsangebot entfalten können, für das sich türkische Behörden nicht interessieren können, da es wegen seiner diplomatischen Immunität dem Einfluss türkischer Verwaltung entzogen ist.
Aus diesem Grunde ist es auch unmöglich, dass rein türkische Kinder in einer solchen Schule aufgenommen werden können.

Deutsche Rechte und Pflichten in der Türkei?

Posted by Julia | Posted in 1/2 Jahr Türkei | Posted on 03-08-2010

Die Rechte und Pflichten der Schüler in Deutschland:
sind in Form von landesrechtlichen Bestimmungen in den einzelnen Bundesländern geregelt.
Dabei ist unter Pflichten des Schülers in erster Linie die Pflicht zum Schulbesuch zu verstehen, die sich bis zum Ende der Sekundarstufe I und auf das Berufsschulwesen bezieht. Die Erziehungsberechtigten sind verpflichtet, ihre Kinder mit den notwendigen Materialien für den Schulbesuch auszustatten. Die Rechte im Zusammenhang mit dem Schulbesuch beziehen sich in erster Linie darauf, ohne Zahlung von Schulgebühren bis zur Hochschulreife eine Schule besuchen zu können. Weitere Rechte ergeben sich, je nach landesrechtlichen Bestimmungen, in der Mitbestimmung von Eltern und Schülern am Schulleben und in Konferenzen.

Sobald ein Schüler den Geltungsbereich deutscher Gesetze verlässt, sind alle diese Bestimmungen auf ihn nicht mehr anwendbar. In der Regel wird es so sein, dass sich seine Rechte und Pflichten im Hinblick auf den Schulbesuch nach dem Recht des Gastlandes richten, in dem er sich aufhält. In der Praxis wird es allerdings so sein, dass die Verpflichtung zu einem Schulbesuch in den meisten Gastländern nicht unbedingt exekutiert wird. Auch die Rechte, die sich aus dem Schulbesuch oder dem Bildungsbedürfnis des Kindes ergeben, sind in den meisten Fällen weniger günstig gestaltet, als wir dies in Deutschland gewohnt sind.

In der Türkei sind die Verhältnisse so, dass ein deutsches Kind, dessen Eltern hier einen Wohnsitz genommen haben, mit türkischen Kindern gleichgestellt ist und eine seinen Fähigkeiten und seiner Altersklasse entsprechende Schule besuchen kann. Für die meisten deutschen Eltern ist diese Option allerdings keine handhabbare, da sie in der Regel beabsichtigen, nach einigen Jahren nach Deutschland zurückzukehren. Die Reintegration ihrer Kinder in das deutsche Bildungswesen würde extrem schwierig sein, da Curricula und schulische Anforderungen in der Türkei grundsätzlich anders geregelt sind als dies im deutschen Bildungswesen vorgesehen ist. Es ergibt sich deshalb vorrangig für Kinder von Expatriates, nachrangig aber für solche aus gemischtnationalen deutsch-türkischen Ehen ein Bedürfnis, auch in der Türkei eine Schulausbildung wahrnehmen zu können, die sich im Wesentlichen nach in Deutschland gültigen Regeln richtet, mit deutschen Curricula vergleichbar ist und den späteren Eintritt auf eine Universität in Deutschland nicht behindert. Um diesem Bedürfnis nachzukommen, sind an Brennpunkten deutscher Interessen (in erster Linie wirtschaftlicher oder administrativer Art) Auslandsschulen gegründet worden, die dem Bildungsbedürfnis deutscher Eltern entsprechen.

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